Wir haben es nötig!

Ich kenne die Kriterien nicht, nach denen Jahreslosungen ausgesucht werden.

Aber auch in diesem Jahr habe ich einen guten Eindruck von dieser Wahl.

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jes 66,13)

Am Ende des Jesajabuches geht es noch mal ums Ganze, um das Ziel von allem. Wie geht die Geschichte des Schöpfers mit seiner Schöpfung aus? Er vergilt seinen Feinden, das wird nicht weiter ausgeführt und wir wollen das angsichts des Unfriedens in unserer Gegenwart auch jetzt nicht auch noch wissen. Und Gott erlöst und rettet seine Leute. Wer Jerusalem liebt, ist daher eingeladen, sich zu freuen. Jerusalem das Symbol der Begegnung von Ewigkeit und Zeit, von Himmel und Erde wird neu gefüllt mit Menschen. Unversehens kommen dort Menschen zusammen, als würden Kinder ohne Wehen geboren, so ergeht es Zion. Das können wir also nicht begreifen, nicht vorhersehen, das passt nicht zu unseren üblichen Erfahrungen. Da schafft einer etwas wieder aus dem Nichts.

Frieden breitet Gott an diesem Fluchtpunkt der Weltgeschichte wie einen Strom aus und die Herrlichkeit oder den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Alles fließt dort zusammen, Frieden und Herrlichtkeit. Unvorstellbar, üppig, unbekannt.

… und Gott wird seine Leute trösten, wie es nur eine Mutter kann. Das wird die Getrösteten freuen und in ihnen neues Leben sprießen lassen – wie das junge Gras grünt. Was für ein schönes Bild!

Das haben wir nötig, diesen mütterlichen Trost Gottes, seinen Frieden, das neu aufkommende Leben. Das alles schaffen wir nicht selbst, sondern das schafft nur Er, plötzlich, schmerzlos, unversehens.

Und vielleicht steckt hinter der Knallerei in der Silvesternacht der tiefere  Sinn, dass wir aufwachen sollen.

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Das Erwachen der Macht

IMG_1622 (Bearbeitet)Nach dem der neue Starwars-Film in die Kinos kam, machten meine Söhne den Voraschlag, dass wir uns diesen Film gönnen sollten. Vorgeschlagen, Karten bestellt, ins Kino. Reichlich Popkorn und schwarze Brause und ab die Post.

Wie war der Film? Wenn man sich auf dieses Genre überhaupt einlassen will, hatte der Film zunächst einmal alles, was ins Genre gehört – dem Plotgemäß zunächst wenig Laserschwert, aber das kannte ich schonaus meinem ersten Starwarserlebnis (Rückkehr der Jediritter). Handwerklich sicher gut gemacht.

Aber – der Film wirkte auf mich nicht wirklich originell. Dass die Protogonisten mit einem gestohlenen Raumschiff von einem Planeten fliehen können, gehört sicher zum Gesetz dieser Serie (überall stehen da flugfähige Raumschiffe rum, die jeder bedienen kann). Dass plötzlich Han Solo und Chebucca (schreibt man das so?) mit einem Riesenraumschiff aufkreuzen, fand ich als alter Starwarsseher krass. Weder Chubucca noch Harrison Ford schienen gealtert… Klasse Idee, zu der dann natürlich auch noch Prinzessin Lea gehört. Amüsant.

Aber wenn ich diese Wehmut mal beiseite lasse, waren das einerseits tolle Einfälle, aber war es originell, dass der neue Überböse an den Imperator erinnert, sein Adlatus mit Gesichtsmaske an Darth Vader – das empfand ich als langweilig. Warum nicht ein gut angezogener nicht uniformierter Bösewicht – vielleicht als Symbol für jene Menschen, die ihr Imperium mit dem Geld anderer Leute aufbauen? Schade. Da wäre noch anderes möglich gewesen. Was hatte George Lukas wohl für Ideen, die Disney dann verworfen hat?

Dass wieder die Macht erwacht, wie bei der bereits erwähnten „Rückkehr“ der Jediritter, war eine m. E. allzu plumpe Wiederholung. Dass einst noch ein Lehrer gesucht werden musste (ach Meister Yoda, das ware noch Zeiten), der die Ausbildung sorgte, nun aber die Macht erwacht und die Leute sich selbst ausbilden – oder sollte man sagen, dass die Macht sich ihre Leute selbst ausbildet? Stört mich das nur als Lehrer?

OK. Der Kinobesuch war als Unterhaltung gedacht, und das war es wirklich. Aber am Ende muss man dem Prediger recht geben: Nichts Neues unter der Sonne.

Immerhin: Das Bild vom „Erwachen der Macht“ empfinde ich auch als ansprechend. Dass wir vor dem Erwachen neuer religiöser Phänomene stehen, glaube ich auch – das erfahre ich freilich nicht durch diesen Film, aber der Film zeigt das schon auch an. Auch die sogenannte Flüchtlingswelle erscheint mir auf ein Hinweis auf eine Wende in den scheinbar unverbrüchlichen Ordnungen dieser Welt, wie schon die sogenannte Bankenkrise etwas davon hatte. An welcher Zeitenwende leben wir? Was kommt auf uns zu?

Für uns Christen kommt am Ende natürlich Jesus auf uns zu. Er schafft sein Friedensreich und sorgt für Gerechtigkeit auf der ganzen Erde.

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Urlaubserwartungen

imageKroatien ist ein wunderbares Land, das gilt auf jeden Fall für Istrien, wo wir nun mehrfach zwei Wochen verbracht haben. In diesem Jahr sind wir in der Gegend von Porec, das offenbar eine besondere Art von Touristen anzieht. Während in der Gegen von Labin, Pula und von Icici natürliche Strände zu dominieren scheinen, gibt es in Porec viel mehr – man muss wohl neutral schreiben – gepflegte Anlagen, in denen die Strände überall direkt mit Hotelanlagen kombiniert sind. So kommt man mit dem Flieger in Pula an, fährt mit dem Bus zum Hotel und erreicht von dort bequem den Strand. Richtig abgetrennt sind diese Strände für die Öffentlichkeit nicht, aber man bleibt dort doch stark in den Touristenwelt.

Wir lieben mehr die naturnahen Strände, besonders die, an denen sich die Völker mischen und man nicht in seiner eigenen Nationalität (und Kultur) bleibt. Gerne suchen wir Wohnungen im ländlichen Raum, kaufen gerne im Plodine ein und lassen deutsche Discounter lieber links liegen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Plodine wirklich (rein) kroatisch ist, aber er hat doch einen anderen Flair.

Mit Entsetzen und lautem Lachen reagierte ich voriges Jahr bei einem Besuch einer bekannten deutschen Drogeriemarke, in der die deutschen Etiketten auf den üblichen deutschen Produkten klebten. Natürlich erleichtert das den Einkauf und man kriegt, was man sucht. Neue Erfahrungen macht man so natürlich nicht. Aber ich will über die Folgen der Globalisierung nicht jammern.

Viel lieber kaufe ich im Plodine den kroatischen Rotwein und lasse mich überraschen, ob er trocken ist oder nicht. Deshalb gefallen mir auch die ländlichen Konobas und die vielen Stände an den Straßen, wo man typische kroatische Produkte bekommt. Das führt dann zu meinen Urlaubserwartungen und gewollten neuen Erfahrungen, die uns bereichern. Dazu trägt auch das Gefühl bei, dass ich bei den Kroaten willkommen bin. Diese Erfahrung mach man in anderen Ländern nicht immer.

Aber das erleben wir ja in Deutschland auch gerade, wenn es um die vielen Flüchtlinge geht, denen viele eher mit Vorbehalten begegnen, weil sie vieleicht Furcht vor dem anderen haben. Ich freue mich eher über Menschen, die bei uns – aus den verschiedensten Gründen – Hilfe und Schutz suchen. Das mussten zumindest Menschen im Westen Deutschlands lange nicht suchen. Jetzt gerät mit dieser Beitrag doch etwas lang…

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Urlaubserfahrungen

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Es erstaunt mich auch in diesem Jahr, wie gut es einem hier im Süden geht. Noch gut kann ich mich an unsere Strandurlaube an der Ostsee an der Lübecker Bucht erinnern, das Leben im Zelt hat unserem Familienleben unglaublich gut gefallen. Gut erinnere ich mich noch an sintflutartige Regenfälle an einem Abend, die meine Eltern sehr an die Nerven gingen. Meine Schwester und ich nahmen unsere Spaten, mit denen wir tagsüber Strandburgen bauten, und gruben tiefe Löcher in den sandigen Boden, worin die Wasserströme dann verschwanden. Jahrelang fuhren wir im Urlaub nach DÄNEMARK oder in die NIEDERLANDE und und freuten uns, wenn einmal die Sonne schien, dann lagen wir in der Sonne und hielten das für normal.

Seit fünf Jahren haben wir nun Kroatien für uns entdeckt und staunen über dieses wunderbare Land! Hier gibt es richtigen Sommer mit sehr viel Sonne und wenig Regen. Die Bäume am Wasser bieten wunderbaren Schatten, die Abwechslung von Wasser und Lesen tut sehr gut. Abends genießen wir die Städte wie Labin, Rijeka, Pula oder Porec, das südeuropäische Flair, die freundlichen Kroaten tun ein Übriges.

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Urlaub ist, wenn das Lesen beginnt!

Wenn ich mir so diesen Blog anschaue, staune ich, dass der letzte imageBeitrag aus deuar stammt. Da muss wohl einiges die Kreativität gehemmt haben! Es war ja auch viel los, die Arbeit am neuen Lehrplan am mbs, besonders die Verteilung der Lehrenden, der übliche Jahresendstress mit Korrekturen, Prüfungen, Sitzungen usw. Seit zwei Wochen stelle ich meine Lektüreliste zusammen, besorge interessante Bücher, stöbere in meinen Regalen nach Interessantem… So langsam wird’s. Unterhaltung darf nicht fehlen, aber auch ein bisschen Denkanregung ist überlebenswichtig und gehört zum Urlaub. So kann das Meer kommen!

Natürlich ist Lesen nicht alles, wie man diesem Beitrag entnehmen kann, gehört auch immer das Schreiben zum Entspannen, das Reflektieren, das Festhalten wie das  Abgeben. Aber in dem allen ermöglicht das Lesen doch auch kleine Fluchten aus dem Alltag mit all seinen Zwängen, durch Lesen reisen wir in eine andere Welt, nehmen Teil am Leben anderer, nehmen andere und anderes wahr.

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Seit Montag habe ich Urlaub! Neben einigen kreativen Beschäftigungen im Garten besteht er gerade vor allem aus Lesen. Die Lektüre ist rechtzeitig eingetroffen, so kann man nach Herzenslust lesen. In der ersten Woche geht es um Albert Schweitzer, dessen eindrucksvolles Leben mich immer inteessiert hat. Nun habe ich die erste Biographie halb gelesen und schwanke noch immer in meiner Beurteilung. Das ist ja ein gutes Zeichen. Er ist nicht langweilig! Interessant scheint mir zur Zeit, wie er sein Leben gewissermaßen inszeniert hat, jedenfalls in seinen autobiografischen Schriften (ich lese zwischendurch seine Autobiografie „Zwischen Urwald und Wasser“ und „Die Ehrfurcht vor dem Leben. Grundtexte aus fünf Jahrzehnten“). Das macht ihn gleichsam zum modernen Menschen, auch wenn er sich seinerzeit zunächst nur Printmedien bediente, bis er dann noch durch Radioansprachen seine Predigttätigkeit gleichsam verbreiterte. Theologe, Philosoph, Musiker, Arzt! Eine breite Palette von Begabungen zeichnen einen Menschen aus, der sich als durchschnittlicher Schüler vieles erst diszipliniert erarbeiten musste. Dann hat er höchst effizient seine Studien betrieben, fast zeitgleich in verschiedenen Disziplinen Bücher veröffentlicht, nebenbei gepredigt, studiert und durch Orgelkonzerte seinen Lebensunterhalt verdient. Ein erstaunlicher Mensch. Und erst sein Auszug aus Mitteleuropa in das ärmste Afrika, wo er Menschen dienen wollte, an die keiner dachte.

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8. Marburger Studientag: Paul Zulehner über „Gottessehnsucht“

Menschen streben immer viel mehr an, als was sie dann tatsächlich erreichen. Drei Lebensstile will Zulehner unterscheiden. Bei Lichte besehen ähneln sich die beiden ersten im Grunde, auch im ersten Lebensstil geht es sehr pragmatisch zu. Was in den 1950er und 1960er Jahren noch kämpferisch (und avantgardistisch) als Atheismus vorgetragen wurde, scheint teilweise überholt, oder hat es sich schlicht in den Pragmatismus gewandelt? Betrachten wir die referierte Sicht.

1. Atheistischer Lebensstil

Liebe, (gute) Arbeit, Erkennen und Spiel seien die großen Momente, die dem Leben eine solche Erfüllung schenken, so dass Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen und zurück treten. In dieser (atheistischen?) Perspektive gibt es den Himmel nicht, aber es gibt hier die Feste und Glücksmomente, auf die man das Leben ausrichtet. Keinen dieser Momente kann man planen und erzwingen, sie fallen einem zu und ereignen sich. Und mit Zulehner frage ich: Warum sehnen wir uns so nach diesen Momenten? Weil wir alle diese unbändige Sehnsucht nach Erfüllung und Glück in uns haben, die uns auf diese Brechungen im trostlosen Alltag Ausschau halten lassen. Hier erkenne ich die unfassbare Barmherzigkeit und Liebe Gottes, die immer neu Hoffnung auf Erfüllung schenkt.

2. Pragmatischer Lebensstil Alle streben das leidfreie Glück an, wollen sofortige Erfüllung. Das Leben gilt als letzte Gelegenheit (Marianne Gronemeyer vor 30 Jahren), daher verläuft vieles hektisch und schnell. Beschleunigung geschieht, weil Sehnsucht zum Glück treibt und die Menschen den Himmel auf Erden suchen. Das ist anstrengend und führt in die neue Modekrankheit des Burnout. Das Leben wird dann eng und produziert Angst, zerstört Liebe und Solidarität. So suchen viele das Weite (Lesen, Sucht, Fundamentalismus und Selbstmord – siehe Untersuchungen von Erwin Ringel über das präsuizidale Syndrom in den späten 1940er Jahren). Andere suchen dagegen die Weite, wollen die Fesseln abstreifen (durch Reisen, Verzauberung, Heilung, Gemeinschaft). Was Schulze mit Erlebnisgesellschaft so eindrücklich (mitte der 1980er?) beschrieben hat, treibt uns alle an. Und auch die, die zur Entschleunigung raten, sind letztlich Teil dieses Spiels.

3. Gläubiger Lebensstil Die maßlose Sehnsucht des Menschen spiegelt die Sehnsucht eines maßlosen Gottes nach uns, der uns aus Liebe geschaffen hat und sich nach Gemeinschaft mit uns sehnt. Wir dürsten mit Ps 33 nach Gott. Durch alles Fragmentarische in unserem Leben bleibt Gott auch denen in Erinnerung, die ihren Schöpfer vergessen haben. Wie kommen wir dahin? Glaubende sehnen sich nach dem Einswerden mit Gott, die aus Liebe zu Gott die Menschen liebt (Matth 25). Abendmahl und Fußwaschung gehören zusammen: offene Augen für die Nöte, wacher Verstand für (strukturelle) Lösungen, Gottes Barmherzigkeit erkennen und danach leben. Das ist wirklich schöne Zitate, das ist wirklich die zeitlose und immer neu zeitgemäße christliche Sicht. Was soll man auch sonst sagen, wenn man die Überzeugung gerschenkt bekam, dass das Leben nicht hier endet und dass es da noch ein „mehr“ gibt? Was mir an Zulehners Ausführungen sehr gefallen hat, dass er nicht in der Darstellung der drei ineinander greifenden Lebensstile bleibt, sondern sie in eine Aufforderung münden ließ: Nehmt die Barmherzigkeit Gottes zur Kenntnis, erkennt euch als Geschöpfe eines barmherzigen Gottes und lebt Eurer Bestimmung gemäß, die nicht wunderbare Momente für Euch im Diesseits erhofft und für die das leidfreie Glück das schönste ist, sondern gebt Barmherzigkeit aktiv weiter! Denkt an Matth 25 und zeigt das in Wort und Tat. Dafür wurde Gott in Jesus Mensch, das zeigen uns die Berichte über Jesu Leben eindrücklich, dazu fordern uns seine Taten und Worte auf. So fand ich den Studientag – auch mit seiner Ermutigung zur Gemeinde durch Christina Brudereck und der Ermutigung zum Handeln durch Frank Heinrich am Schluss sehr hilfreich und gut.

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